2021
Zürich, Schweiz neues Datum wird bekannt gegeben

Wachsames Auge auf die Entwicklungen in China

Die Branche sorgt sich um die Auswirkungen des Coronavirus. Der Zeitpunkt des Ausbruchs hat die Branche aber bis jetzt vor den schlimmsten Ausfällen bewahrt.

Dass das Coronavirus auch gravierende Auswirkungen auf den Schweizer Tourismus hat, wurde spätestens dann klar, als die chinesische Regierung internationale Pauschalreisen von China aus stoppte. Es zeichnete sich immer deutlicher ab, dass vor allem touristische Leistungsträger, welche sich auf chinesische Gruppenreisen fokussieren, im Februar und sehr wahrscheinlich auch im März mit massiven Einbussen rechnen müssen.

Eine weitere Zäsur bei der Corona-Berichterstattung war für die Tourismusbranche die Nachricht, dass fast alle Fluggesellschaften ihre Flüge von und nach China bis auf Weiteres einstellen. Am 3. Februar gab die Swiss bekannt, dass sie sich nach eingehender Bewertung aller aktuell vorliegenden Informationen zum Coronavirus entschieden habe, die Flüge von und nach Peking sowie Shanghai bis Ende Februar zu streichen. Zunächst waren sie nur bis zum 9. Februar ausgesetzt worden.

Zürich, Luzern, Interlaken und die Romandie stark betroffen
Da viele chinesische Gäste via Zürich oder Genf einreisen, merken diese Destinationen die Flugausfälle unmittelbar. Anfang dieser Woche scheint die Lage in Zürich jedoch (noch) nicht dramatisch: «Annullationen haben wir bis jetzt nur punktuell», sagt Daniel Twerenbold, General Manager des Radisson Blu Hotels am Flughafen Zürich und District Director Switzerland, Austria und Italy. In Zahlen ausgedrückt beliefen sich die Einbussen laut dem Hotelier auf 10’000 bis 20’000 Franken im «Radisson Blu Zurich Airport», Stand Anfang Februar. Bei der gesamten Radisson-Gruppe sind sämtliche Stornierungen im Zusammenhang mit dem Virus bis Ende Februar kostenlos. Daniel Twerenbold vermutet, dass Leisure-Destinationen wie Luzern den Wegfall der chinesischen Gäste stärker zu spüren bekommen als das Hotel am Flughafen Zürich.

In Luzern sind chinesische Gäste im Winter mit einem Anteil von 9 Prozent die zweitgrösste ausländische Gästegruppe, nach den USA mit 18 Prozent. Conrad Meier, Präsident Luzern Hotels und Direktor im Grand Hotel Europe, blickt dem Pauschalreiseverbot und den stornierten Flügen von und nach China mit Sorge entgegen: «Seit dieser Woche spüren wir das Verbot der chinesischen Behörden, dass keine Pauschalreisen mehr verkauft werden dürfen und die Abreisen storniert wurden», so der Hotelier. Er rechnet in seinem Hotel in den kommenden Monaten mit einem markanten Einbruch bei den Buchungszahlen. Auch Markus Conzelmann, General Manager des Radisson Blu Hotels Lucerne, bestätigt, dass in seinem Haus bereits zwei bis drei Gruppen weggefallen seien. Trotzdem bestehe noch kein Grund zur Panik: «Das Coronavirus wird uns nicht das Jahr ruinieren», so der Hotelier. Er vermutet zudem, dass es nach Aufhebung der Reiseeinschränkungen in China, voraussichtlich im April und Mai, sogar zu Kapazitätsengpässen kommen könnte, weil dann plötzlich alle ausreisen möchten.

Einbussen bei Bergbahnen spürbar, aber nicht dramatisch
Nebst Hotels sind auch Detailfachhandelsgeschäfte und Bergbahnen in den Regionen Luzern und Interlaken direkt betroffen. Sandrina Estrada-Glaser von den Rigi-Bahnen bestätigt, dass vor allem kurzfristige Buchungen von chinesischen Gästen abgenommen hätten. Peter Reinle, stv. CEO der Titlis-Bergbahnen, sieht die Lage noch nicht dramatisch: «Im Winter stammen nur rund 5 Prozent aller Gäste aus China, im Sommer 12 Prozent. Die Einbussen können wir bis jetzt noch nicht quantifizieren, aber wir werden es verkraften», so Reinle. Auf dem Pilatus sind im Winter rund ein Drittel der Gäste Gruppenreisende, die Hälfte stammt dabei aus China. Laut Tobias Thut, Medienverantwortlicher bei den Pilatus-Bahnen, sind die Auswirkungen somit spürbar, aber auch auf diesem Ausflugsberg ist die Hauptsaison der chinesischen Gäste klar der Sommer. Ähnlich tönt es im Berner Oberland: Bei den Jungfraubahnen gab es laut der Kommunikationsverantwortlichen Kathrin Naegeli zwar einige Absagen von Gruppenreisen, aber dafür auch einige zusätzliche für später im Jahr. «Wir sind es gewohnt, uns rasch auf sich schnell ändernde Marktbedingungen einzustellen», so Kathrin Naegeli. Bei Reisen aufs Jungfraujoch stammt rund jeder fünfte Gast aus China. Rund 40 Prozent von ihnen sind Individualreisende, rund 60 Prozent Gruppenreisende.

Touristiker hoffen auf die entscheidenden Sommermonate
Sofern bis März das Virus eingedämmt werden kann und bis dahin die chinesischen Reiseeinschränkungen wieder aufgehoben sind, sollten die Einbussen im Schweizer Tourismus verkraftbar sein, so das einheitliche Fazit. Die Hoffnung liegt jetzt vorerst auf den Monaten April, Mai und vor allem Juni, wenn für Gäste aus China die Hauptreisezeit in der Schweiz beginnt. Die touristischen Akteure sind sich einig: Wäre das Virus drei Monate später ausgebrochen, wären die Auswirkungen wahrscheinlich weitaus gravierender gewesen

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