2021
Zürich, Schweiz neues Datum wird bekannt gegeben

Es droht eine Konkurswelle im Tourismus

Die totalen Verluste für den MICE-Sektor werden sich voraussichtlich für 2020 bei rund 1 Milliarde Franken bewegen.

In der Schweizer Tourismusindustrie drohen Schliessungen von 3’200 Betrieben und der Verlust von über 30’000 Arbeitsplätzen. Die Branche muss für die Monate März und Juni mit einem Verlust von 8,7 Milliarden Franken rechnen, wie eine aktuell publizierte Umfrage ergab.

Unter dem Dach des Schweizer Tourismus-Verbands (STV) haben HotellerieSuisse, Gastrosuisse, Seilbahnen Schweiz und der Verband Schweizer Tourismusmanager in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus und dem Institut Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis (HES-SO Valais-Wallis) vom 20. bis 23. April 2020 die Tourismusbranche zu ihrer aktuellen Lage befragt.

Rund 3500 Unternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. Die Resultate der Auswertungen sind alarmierend. So rechnet die Hotellerie im Mai mit einer Auslastung von rund 9 Prozent. Im Juni, Juli und August sind die erwarteten Auslastungen nur unwesentlich höher (20-24 Prozent). 75 Prozent der Buchungen für Mai und Juni wurden bereits storniert. Dementsprechend entwickeln sich die Umsätze. Eine neue Hochrechnung der HES-SO prognostiziert allein für die Monate März bis Juni für den Tourismus Verluste von 8,7 Milliarden Franken.

Business Events und MICE stark betroffen

Der Bereich Business Events und MICE rechnet je nach Monat und Subsektor mit Einbussen zwischen 64 und 90 Prozent. Auf das ganze Jahr gerechnet beträgt die Einbusse voraussichtlich 17,4 Prozent. Insgesamt wurden 63 Prozent der Anlässe annulliert, 23 Prozent auf das Q3 oder Q4 und 14 Prozent auf 2021 verschoben. Die totalen Verluste für den MICE-Sektor werden sich voraussichtlich für 2020 bei rund 1 Milliarde Franken bewegen.

Durch die fehlenden Business-Reisenden mussten vor allem die Städte eine Stornierungsrate von 85,6 Prozent in den Monaten Mai und Juni hinnehmen.

Politik kann drohende Konkurswelle abwenden

Als Folge der verschärften Liquiditätsengpässe ab Ende Juni und teils massiven Schuldenzunahmen bleiben die Konkursrisiken beträchtlich. Schweizweit schätzen knapp 23 Prozent der Befragten die Konkurswahrscheinlichkeit als hoch ein, regional gesehen sind vor allem Betriebe in der Westschweiz, Tessin und Basel Region betroffen.

Über 30’000 Arbeitsplätze sind somit derzeit in Gefahr. Besonders in der Hotellerie und Gastronomie ist die Lage angespannt. Deshalb fordern die touristischen Verbände von der Politik im Rahmen eines Konjunkturprogramms eine Ausweitung der finanziellen Unterstützungsmassnahmen. Ein solches Paket könnte beispielsweise nach dem Vorbild von Deutschland eine Anpassung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie beinhalten. «Wettbewerbsfähige und gesunde Betriebe brauchen Perspektiven für die Zeit nach Corona», sagt Andreas Züllig, Präsident von HotellerieSuisse. (MICE-tip)

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